Dominanz

Um das Zusammenleben mit solch einem großen Hund, wie einer Dogge, harmonisch zu gestalten, muß man ihm, bei aller Liebe, ein geschätzter und geachteter Rudelführer sein. Es reicht nicht aus auf Hundeplätzen Gehorsamübungen zu machen, sondern Rangordnung muß auch im täglichen Leben praktiziert werden. Gute Bosse sind verständnisvoll, gütig, aber auch konsequent und vor allem einschätzbar. Der Hund weiß, woran er ist und wie weit er gehen darf. Jeder spricht heute von Dominanz und die meisten verbinden damit einen aggressiven Hund, was aber weit gefehlt ist. "Es gibt ausgesprochen liebenswürdige, unglaublich dominante Hunde, die niemals die Zähne gebrauchen und sich immer durchsetzen, wenn man sie nicht durchschaut. Einige spielen den Clown und toben so lange herum, wenn sie etwas machen sollen, bis der Mensch lachend aufgibt.

Zeichnung von Uli Stein aus dem Buch "Ach Du dicker Hund"

Andere wiederum ignorieren mit Geduld die ihnen entgegengebrachten Wünsche, stellen die Ohren auf Durchzug und warten bis sich der Mensch wieder beruhigt hat, um dann das zu tun, was sie gerade wollen.

Aber auch von der Veranlagung her weniger dominante Hunde fühlen sich als Rudelchef berufen, wenn ihr Herrchen oder Frauchen als solcher versagt .All solche Überlegungen rücken in den Hintergrund, wenn man mit seinem Welpen auf dem Arm nach Hause kommt und die meisten denken ,dass es mit der Erziehung Zeit hat, da ja unser neuer Hausgenosse nur niedlich und süß ist. Aber jetzt schon müssen bestimmte Regeln beachtet werden , damit das spätere Zusammenleben für Mensch und Tier harmonisch verläuft und der Hund nicht nach 1 oder 2 Jahren wegen Dominanzproblemen im Tierheim landet. Alle Mitglieder der Familie, auch die Kinder, sollen in der Rangfolge vor dem Hund stehen. Damit unser Welpe schnell lernt, wer das Sagen hat, ist folgendes zu beachten:

  1. Der Rudelchef liegt oder sitzt auf erhöhtem Platz z.B. Sofa, Bett , dem Welpen wird ein Platz auf einer Matratze oder Körbchen zugewiesen.
  2. Der Mensch geht zuerst durch die Tür, dann der Hund.
  3. Der Heimkehrende sollte nicht zuerst zum Welpen gehen und diesen kraulen und knuddeln. Erst einmal wird er ignoriert( fällt schwer), dann darf er" Hallo" sagen
  4. Zuerst gibt es "Futter" für den Rudelchef und dann für den Hund , kauen sie ihm ein Plätzchen vor und dann bekommt er sein Futter
  5. Der Rudelchef bestimmt wann gespielt wird und wann das Spiel zu Ende ist ( der Welpe muß lernen, Beute abzugeben )
  6. Üben sie den Welpen auf den Rücken zu legen , dabei von oben bis unten abtasten, untersuchen und kraulen.( wehrt er sich, durchhalten , denn noch sind sie ihm körperlich überlegen )
  7. Futter muß bereitwillig, ohne Knurren, abgegeben werden. Streicheln Sie ihn beim Füttern , fassen Sie in seine Futterschüssel oder fordern Sie ihn auf, seinen geliebten Kauknochen abzugeben( sollte dies nicht der Fall sein, so bringt ein Griff in den Nacken oder über die Schnauze den Widerspenstigen zur Vernunft)
  8. Zerren an Kleidungsstücken, beißen in die Hände sind tabu, dafür gibt es Spielzeug((Taue, Latexspielzeug )

Zeichnung von Uli Stein aus dem Buch "Ach Du dicker Hund"

Das sind nur ein paar Beispiele, wie man verhindert, dass der Welpe die Rangleiter immer weiter höher krabbelt und dann als Halbwüchsiger oben sitzt und auf uns herunter lacht.

Lassen Sie ihren Hund an ihrem Leben teilhaben.
Nehmen sie ihn so viel wie möglich mit. Konfrontieren sie ihn mit den verschiedensten Umwelteindrücken .
Besuchen Sie eine Welpenspielstunde, damit er richtiges Sozialverhalten erlernt.
Versuchen Sie Situationen zu vermeiden, wo sie negativ auf ihn einwirken müssen. Schaffen Sie positive Situationen, um ihn für richtiges Verhalten ein dickes Lob geben zu können.

Erziehung des Welpen zur Stubenreinheit

Unser Welpe wird schnell stubenrein, wenn wir folgendes beachten:

  1. Nach dem Schlafen muß der Welpe sofort raus. Den Kleinen am Umherlaufen hindern, ehe man sich zum Beispiel etwas angezogen hat , sonst ist das Maleur passiert. (Näschen in die vorhandene Pfütze stubsen bringt nichts). Den Welpen immer an die gleiche Stelle führen und bei „Erfolg" loben , auch mit Leckerli.
  2. Nach den Mahlzeiten sollte der Welpe ins Freie gebracht werden. Tagsüber am Anfang aller 2-3 Stunden die Gelegenheit zum Lösen draußen geben.
  3. Nachts bekommt man den Welpen bald stubenrein mit folgender Methode:  Wenn unser Kleiner gegen 22 Uhr das letzte Mal draußen war , hält er meist bis 2 oder 3 Uhr nachts durch.( muß individuell. entschieden werden ) Wir haben dann unser Baby geweckt und sind mit ihm nach draußen gegangen. Aller 3 Tage wird die Zeit um eine Viertel bis halbe Stunde verschoben, dass z.B. nach 3 Tagen 3.30 Uhr , dann 4.00 Uhr geweckt wird und nach 14 Tagen hält der Welpe dann meist auch nachts durch.

Das Herankommen und Laufen an der Leine

  1. Rufen Sie ihren Welpen beim Namen , hocken Sie sich dabei anfangs hin und locken ihn. Kommt er zu Ihnen bekommt er ein Lob und ein Leckerli. Zur Belohnung kann auch ein Spiel erfolgen. Für den Hund muß es immer mit positiven Erlebnissen verbunden sein, wenn er zu Ihnen kommt. Um seine Aufmerksamkeit zu erlangen , kann man auch in die entgegengesetzte Richtung gehen und z.B.in die Hände klatschen, dabei seinen Namen rufen. Bestrafen Sie Ihren Hund niemals, wenn er zu Ihnen kommt (auch nicht wenn er Ihnen weggelaufen ist und erst nach Minuten zurückkehrt).

  1. Vermeiden Sie lange Spaziergänge mit dem Welpen. Durch die monotone, einseitige Belastung beim Spazierengehen an der Leine werden seine Bänder und Gelenke zu sehr beansprucht. Spielen Sie lieber auf der Wiese mit ihm. Dabei kommt es zu keiner Schädigung, weil der Welpe durch den Wechsel von z. B: Laufen, sitzen , stehen , kullern auf dem Rücken, die verschiedensten Muskeln , Sehnen und Gelenke be-und entlastet, was für eine gesunde Entwicklung natürlich vorteilhafter ist. Das Laufen an der Leine muß trotzdem geübt werden, damit der Hund es kennenlernt und Sie nicht später an der Leine "spazieren zerrt", aber eben anfangs nur für 5-10 Minuten.

Zeichnung von Uli Stein aus dem Buch "Ach Du dicker Hund"

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